Eine neue Ankerzelle starten und formieren

Jens Stangenberg • 16 November 2020

Eine neue Ankerzelle starten und formieren

Du überlegst, selbst eine eigene Ankerzelle zu starten? Das ist hervorragend. Gut, dass du in diese Richtung denkst. Auf diese Weise wirst du selbst geistlich weiter wachsen und auch andere bekommen die Möglichkeit, für sich das "hörende Bibellesen" und "Beten entlang des Textes" zu entdecken.

Im Nachfolgenden möchte ich dir erklären, welche Schritte bei einer Gründung zu beachten sind.
 

1) Die Idee verstehen und Feuer fangen
Alles beginnt damit, dass du dich zunächst selbst auf den Prozessablauf eines Ankertreffens einlässt und die innere Dynamik spürst und verstehen lernst. Eine bloß theoretische Beschäftigung mit dem Thema "Ankerzellen" reicht nicht aus. Es braucht das eigene Erleben. Nur, wenn du selbst (neu) erfährst, dass Gottes Geist durch die biblischen Texte auf frische Weise zu dir spricht, kannst du auch anderen diese Resonanz-Erfahrung ermöglichen. Vermeide es, in erster Linie "für andere" oder "für das Gemeindewachstum" Ankerzellen starten zu wollen. Ankerzellen sind zunächst nicht "für die anderen", sondern für dich. Wenn du nicht von Anfang an einübst, bei allem, was du tust - sogar wenn du leitest -, innere Energie zu empfangen, wirst du ausbrennen und nur noch aus Pflichtgefühl handeln. Damit verlässt du aber den Pfad einer lebensfördernden Jesus-Spiritualität.

Bevor du also selbst eine Ankerzelle gründest, brauchst du Übung sowohl als Teilnehmer:in als auch als Co-Moderator:in eines Ankertreffens. Erst wenn du für dich innerhalb des Prozessablaufs eine gewisse Stimmigkeit und Entspanntheit erfährst, bist du startbereit, eine eigene Ankerzelle zu gründen.

Wenn das der Fall ist, nimm gerne mit mir (Jens Stangenberg) Kontakt auf, damit wir miteinander abstimmen können, wie und zu welchem Zeitpunkt wir "deine" neue Ankerzelle auf die Website stellen wollen.
 

2) Verantwortungen klären
Vor dem Start einer neuen Ankerzelle ist es wichtig, die Verantwortlichkeiten zu klären. Der Anker-Host hat grundsätzlich "den Hut auf". Das heißt aber nicht, dass er/sie alles allein macht. Am Anfang ist man es zwar selbst, die/der die einzelnen Ankertreffen moderiert. Sobald die neue Gruppe jedoch Übung bekommt, kann man damit beginnen, sich bei der Moderation der Treffen abzuwechseln. Mehr zur Rolle eines Anker-Hosts.

Ein Gruppenstart gelingt leichter, wenn du von Anfang an einen Co-Host mit "an Bord" hast. Möglicherweise findet sich auch noch eine dritte Person, die schon Erfahrung mit Ankertreffen hat und den Neustart unterstützen möchte.
 

3) Eine passende Zeit aussuchen
Um starten zu können, muss man konkreter werden: Suche dir einen passenden Wochentag und eine passende Tageszeit aus. Dabei gilt: Biete nicht eine Zeit "für andere" an, sondern überlege, welche Zeit sich stimmig in deinen eigenen Wochenablauf hineinfügt. Erinnere dich daran, was ich unter 1) gesagt habe: Ankerzellen sind ein Ort, an dem auch du als Host auftanken und Energie bekommen kannst und sollst. Nur wenn die ausgewählte Zeit zu deinem inneren Rhythmus passt, wirst du langfristig mit Begeisterung dabei bleiben.

Sobald der Tag und die Zeit feststeht, können wir die geplante Ankerzelle als "in Gründung" auf die Website stellen. Sie erscheint dann oben in der Liste aller Ankerzellen.
 

4) Mitmacher:innen finden
Ankerzellen können starten, sobald sich vier Personen zusammengefunden haben. Das hat folgenden Grund: Bei Ankerzellen geht es weder um seelsorgerliche Zweiergespräche noch um coachingorientierte Dreiergruppen. Erst bei einer Anzahl von vier Personen ist die Variationsbreite in der Gruppe groß genug, um ausreichend unterschiedliche Perspektiven auf den Bibeltext aufleuchten zu lassen. 

Damit also vier Personen zusammenkommen, überlege, wer in deinem direkten Umfeld oder über deine Social-Media-Kontakte mitmachen könnte. Hier findest du Vorlagen, die du z.B. bei Facebook, Instagram, Xing oder an anderen Stellen posten kannst.

Noch besser ist: Lade Leute persönlich ein. Um ihnen eine Vorstellung zu geben, was sie erwartet, schicke ihnen den Erklärtext "Was dich als Schnupper-Gast erwartet".

Sobald deine neue Ankerzelle ""in Gründung" online steht, kannst du auf der Website dazu einladen. Verfass einen Post im "Plenum für Interessierte" und erläutere kurz, was du vorhast und wann es losgehen soll.
 

5) Ein Startertreffen planen

  1. Entscheide, mit welcher Art von Zoom-Account du beginnen möchtest. Es gibt drei Möglichkeiten:
    • Am einfachsten ist es, wenn du bei Zoom einen Bezahl-Account zur Verfügung hast. Dann kannst du ein Treffen ansetzen, dass noch nicht durch die 40min limitiert ist. Gerade in der Anfangsphase ist es hilfreich, ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung zu haben.
    • Natürlich könntest du alternativ auch gleich mit einem kostenlosen Zoom-Account starten. Zoom hebt bei einem ersten Treffen einmalig die Zeitlimitierung auf und schenkt einem unbegrenzt Zeit. Ab dem zweiten Treffen greift dann aber die 40min-Begrenzung.
    • Als dritte Variante könntest du dir für einen Monat bei Zoom einen Bezahl-Account buchen. Das kostest unter 15 Euro. Damit hättest du 4 Wochen keine Zeitbegrenzung. Anschließend wechselt man dann in den kostenlosen Account.
      Lass uns diese technischen Möglichkeiten am besten direkt absprechen, sobald dein Gruppenstart näher rückt. Gerne richte ich dir auch einen kostenlosen Zoom-Account ein und konfiguriere ihn so, dass es für Ankerzellen passt. Hier kannst du sehen, welche Einstellungen ich bei einem kostenlosen Zoom-Account vornehme.
       
  2. Hinterlege den aktuellen Zoom-Zugang in der Gruppenbeschreibung. So können ihn alle Teilnehmenden immer im lilafarbenen Tab "Zoom-Zugang" finden.
     
  3. Sobald sich jemand zu der geplanten Ankerzelle anmeldet, schreibe ihr/ihm eine Begrüßungsnachricht in den Gruppen-Stream. So können auch alle anderen sehen, dass jemand neues dazukommt.
     
  4. Wenn dann vier Personen zusammen sind, kannst du das geplante Startdatum bestätigen oder bekannt geben und dazu einladen. Verfasse dazu einen Post im Gruppen-Stream. Wichtig sind folgende Infos:
    • Nenne den Zoom-Zugang und verweise darauf, dass er jederzeit im lilafarbenen Tab "Zoom-Zugang" zu finden ist.
    • Schicke den Link zum Erklärtext, in dem erläutert wird, was die Teilnehmer beim ersten Ankertreffen erwartet.
       
  5. Wähle für das erste Treffen einen positiven Bibeltext aus. Gerade beim Startertreffen ist es wichtig, dass die Teilnehmenden eine inspirierende Anfangserfahrung machen. Mit einer geübten Gruppe kann man sich auch an schwierigere Bibeltexte herantrauen, ohne dass man im Text "abstürzt". Hier findest du eine Auswahl von Bibeltexten. Wenn du den Filter auf "Für Starter" stellst, findest du eine Liste von Texten, die sich besonders gut für ein erstes Treffen eignen.
     

6) Ein Startertreffen durchführen

Wenn du eine neue Ankerzelle startest, warst du ja bereits Teilnehmer in einer bestehenden Ankerzelle und hast erste Erfahrungen als Co-Host gesammelt.
Hier kannst du dein Wissen noch mal auffrischen:

Speziell bei einem Gruppenneustart sind zusätzlich folgende Besonderheiten zu beachten:

  1. Verwendet am Anfang ein paar Minuten mehr, um euch gegenseitig vorzustellen:
    • Von wo bist du gerade zugeschaltet? (und ein paar vorstellende Sätze zum Lebenshintergrund)
    • Wie hast du von Ankerzellen erfahren?
    • Und dann an dritter Stelle die übliche Check-in-Frage: In welcher Verfassung bist du gerade am Bildschirm?
       
  2. Benenne kurz die drei Hauptphasen eines Ankertreffens (Diesen Teil kannst du abkürzen, sofern alle Teilnehmenden bereits in einer anderen Ankerzelle mitgemacht oder den Erklärtext gelesen haben).
    • 10min Check-in
    • 15min: Mit einem hörenden Herzen lesen
    • 10min: Beten entlang des Textes
       
  3. Achte besonders bei einem ersten Treffen darauf, dass jede:r zu Wort kommt und eine positiv einladende Atmosphäre erlebt. Nur so werden deine Teilnehmenden nächste Woche wieder dabei sein wollen.
     
  4. Frage bei den Teilnehmenden nach, ob bei ihnen die Nachrichten von der Website ankommen. Das ist wichtig, um über die Webiste miteinander in Kontakt zu bleiben. Je nach E-Mail-Provider (wie z.B. @gmail.com) kann es nämlich sein, dass die Mails zunächst im Spam landen.
     
  5. Wenn es passt, macht eine kurze Check-Out-Runde, d.h. jede:r sagt, wie es auf ihn/sie gewirkt hat und ob er/sie nächste Woche wieder dabei sein möchte. Betone dabei, dass eine solche Starterrunde zunächst nur ein Schnuppertreffen ist. Keiner muss sich zu irgendetwas verpflichten. Verabredet euch mit denen, die wollen, für das nächste Treffen.
     
  6. Ermutige die Teilnehmenden, weitere Personen einzuladen.
     

7) Nach dem Treffen Kontakt aufnehmen
Es kann sein, dass beim ersten Treffen technisch noch nicht alles geklappt hat, wie z.B.:

  • Die Zoom-Technik hat geklemmt. Manchmal erweist sich das Einloggen per Handy als schwierig.
  • Es gab bei einer Person zu viele Hintergrundgeräusche. Das hat die Konzentration erschwert.
  • Das An- und Ausschalten der Mikros verlief noch nicht reibungslos.

Wenn das der Fall sein sollte, ist es kein Problem. Das ist für den Anfang normal. In der Regel haben auch alle Geduld, sodass es beim nächsten Treffen besser wird.

Möglicherweise war auch die Gruppendynamik noch etwas holperig:

  • Nicht alle kamen ausreichend zu Wort.
  • Jemand ist verbal übergriffig geworden und andere haben sich daraufhin zurückgezogen.
  • Die offene Gebetszeit hat Unsicherheit und Überforderung ausgelöst.

Auch so etwas kann passieren, ist aber sehr selten. In der Regel nehmen Leute schon beim ersten Treffen sehr konzentriert und freundlich teil.

Sollte dennoch etwas unglücklich gelaufen sein, kannst du die betreffenden Personen nachträglich mithilfe der Website anschreiben. Schreibe ihnen eine persönliche Nachricht, indem du auf ihr Profil gehst und auf den Button "Nachricht schreiben" klickst. Deinen Nachrichtenverlauf findest du jederzeit oben rechts im Menü mit dem "Brief-Symbol".

Insgesamt ist es eine gute Idee, nach dem Treffen die Teilnehmenden noch einmal zu kontaktieren. Schreibe entweder einen "Post an alle" in den Gruppenstream oder jeweils eine einzelne Nachricht an die Teilnehmenden. Bedanke dich für ihre Teilnahme und lade sie zum nächsten Treffen ein.

Im Rahmen dieser Mail kannst du die Teilnehmenden auch freundlich darum bitten, selbst kurz eine Nachricht in den Gruppenstream zu schreiben, falls sie unerwartet beim nächsten Treffen verhindert sein sollten.
 

Behalte bei all den Überlegungen immer im Blick: Letztendlich geht es nicht um eine Methodik, sondern darum, Raum für das Wundersame zu schaffen: Die biblischen Texte werden lebendig und die einzelnen Teilnehmenden hören mit ihrem Inneren, wie der Geist Gottes zu ihnen spricht. Spätestens dann wirst auch du als Host glücklich darin werden, eine "eigene" Ankerzelle zu hosten und mit anderen auf dieser Weise online unterwegs zu sein.

Danke, dass du eine Ankerzelle gründen möchtest.
Sprich mich an, damit wir deinen Gruppenstart gemeinsam beraten können: info@ankerzellen.de

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Falls du weiter Ergänzungen oder Hinweise zu dieser Anleitung hast, schreib sie gerne unten in die Kommentare.